Es gibt eine ausziehbare Sitzbank

So jetzt wohl das erste richtige Möbel.
Weil ob das Bett schon ein Möbel ist? Eher ein Konstrukt um darin zu schlafen, sitzen, essen, film schauen oder was man halt sonst so darin macht.

Naja jedenfalls gibt es jetzt für den Bus eine Sitzbank die 60x45cm misst und auf 100x45cm erweiterbar, also ausziehbar ist.
Und da es sonst viel zu einfach wäre… hab ich der Sitzbank auch zwei Fächer verpasst um darin Sachen verstauen zu können.
Die Fächer sind von teilweise drei Seiten zugänglich. Im zusammen geschobenen Zustand komme ich “nur” von zwei Seiten ran.

Und da ich ja auch etwas Ressourcen schonend bauen möchte, sind die Teile nicht aus ganzen Platten angefertigt sondern aus einzelnen Streifen.
Material ist wie immer 12mm Bausperrholz, dass ich zuvor mit dem Gegenzugpapier/ Lackiergrundpapier beidseits beschichtet hab.
Da das Möbelstück später lackiert werden soll.

Hier mal ein paar der bereits zugeschnittenen Einzelteile, schon etwas passend zusammen gelegt.
Und der dazugehörige Plan. Nur nicht den Überblick verlieren. 😀

Als Verbindung nutze ich hier Langlochdübel.
Hat besser funktioniert als erwartet, aber war auch wie immer mehr Aufwand als erwartet. 🙂
Aber hey, dafür dass ich alles zum ersten Mal mache, gehen die Toleranzen am Endprodukt schon klar. Kleiner Spoiler. 😉

Der Erste Rahmen wäre soweit einmal zusammen.

Jetzt der Zwischensteg für das Fach, schön sauber mit Abstandshalter damit es auch die gleiche Höhe hat.

Und Schwups, sind auch schon beide Rahmen fertig verleimt und trocknen vor sich hin.

Wenn ich mich nicht ab und an so dotschert (zu deutsch: tollpatschig) anstellen würde, würde es auch schneller gehen. Aber hey, knapp hundert Dübel aufsammeln, kann man mal machen…

Hier mal das verleimen im Detail, anhand des Faches.

Als nächstes hab ich dem vorderem Rahmen, das Teil dass sich ausziehen lässt und an dem die zwei Fächer hängen, einen Kamm verpasst. Damit später die Sitzleisten schön im Rahmen integriert sind.
Vorsichtig mit entsprechendem Stützwinkel auf der Kreissäge geschnitten, immer nur eine Sägeblattstärke. Hört sich mühseliger an als es ist. Ging recht fix.

So, nachdem dann alles zurecht geschnitten, gebohrt und verleimt war, hab ich alles Stück für Stück zusammen geklopft und geschaut ob es halbwegs passt.
Überraschenderweise tut es das auch. 🙂

Im Anschluss durfte ich mich am Grundieren versuchen.
Wasserlack verdünnen, etwas testen, vom Vater schauen lassen ob die Grundierung flüssig genug ist um gespritzt zu werden und los!

45 Minuten gewartet und gleich noch die zweite Seite grundiert.
Jahaaa und am nächsten Tag habe ich dann fest gestellt dass nichts trocken ist…
Überlackierbar nach 45 Minuten, Montagefest nach 24h laut Hersteller.

Hmm ok dann eben noch einen Tag warten.
Aber auch da habe ich mich getäuscht, Oberfläche immer noch leicht weich und klamm…

In Summe habe ich dann genau eine Woche gewartet bis ich die Oberfläche anschleifen konnte ohne dass sofort das Schleifpapier verklebt ist und es eher aussieht als wäre ich mit einem Radiergummi drüber gerutscht…

Nach Rücksprache mit dem Hersteller hat sich raus gestellt dass ich die Grundierung viel viel zu dick aufgetragen hab.
Der Wasserlack macht die Oberfläche recht schnell zu und die darunter liegende Feuchtigkeit diffundiert dann nur noch sehr langsam nach außen.
Wenn das dann zu dick aufgetragen wird, dauert die Aushärtung dann extrem lange. :/
Bin gespannt wie das bei späteren Teilen wird, die ich auch noch grundieren muss.

Nach 7 Tagen konnte ich alle Teile dann lackieren.
Zuerst musste ich aber noch einen Farbton finden.
Cremeweiß ist mir zu rötlich/ bräunlich und dunkel und Verkehrsweiß knallt mir zu sehr.
Schlussendlich habe ich dann einen Becher Reinweiß und einen Becher Cremeweiß 1:1 gemischt.

Ein paar weitere Tage warten und dann konnte ich die Sitzbank verleimen.
Hierzu hab ich einen speziellen Lackleim verwendet, da Weißleim nicht haften würde.

Die einzelnen Latten der Sitzfläche schonmal eingeleimt und fest gespaxt und in der Mitte die Abstandshalter eingelegt.

Und so sieht alles im zusammenen gebauten Zustand aus. Der Leim der Fächer muss noch trocknen, deswegen noch die Zwingern.

Und fertig sein wäre ja jetzt viel zu langweilig…
Zwei Tage später sah die Sitzbank dann wieder so aus.

Ich durfte alles wieder auseinander klopfen.
Anscheinend war der Lack noch nicht vollständig durchgehärtet und so hat der Leim nur auf der obersten Schicht gehaftet und bei Belastung ist der Lack in sich zerrissen.

Also den Leim, sowie den Lack inkl. Grundierung an allen Stellen wo geleimt werden muss wieder mit Stemmeisen, Ziehklinge und Schleifpapier entfernen und neu, diesmal mit Weißleim, Holz auf Holz zusammen leimen.

Endprodukt mit kleinem Spoiler:

Geht noch etwas streng zum zusammen und auseinander ziehen, aber das wird noch.
Und aufgrund der Probleme mit dem Lack und der Grundierung sieht man natürlich einige nicht so hübsche Stellen.
Druckstellen im Lack, Kratzer, gesplittertes Holz vom auseinander klopfen. Aber alles noch im Rahmen. Wenn ich irgendwann später nochmal Lust habe wird sie neu gebaut. 🙂




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